Dieses Jahr bringt den endgültigen Durchbruch für Social Media. Den für uns, für den Rest, für die Fence Sitters, die Babyboomer. Für die Zauderer, die aber noch rechtzeitig die Kurve kriegen. Ich habe die klassische Kommunikation bald 20 Jahre begleitet, habe in den grossen Agenturen gelernt. Aber heh, Anzeigen, das ist ja fast Geldverschwendung heute. Da geht mehr. Wir haben einen interessanten Auftrag zu dem Thema bekommen und zwar aus der Art von Branche, die sich extrem schwer tut mit “social”, der Finanzbranche. Ich sehe das als Zeichen. Unruhe in der alten Welt. Aufbruch. Glut, Schweiss und Tränen. Es tut sich etwas. Social Media ist Teil unseres Lebens der Zukunft. Wir können darüber klagen, wir können es kritisieren, aber wir können Social Media ebensowenig ignorieren, wie die Erfindung der E Mail. Sie hat unser Leben massiv verändert und so ist es auch mit Social Media. Wer sich damals gegen das moderne Zeug gestellt hat, verpasste den Anschluss an die Marktentwicklung. (Man stelle sich ein Unternehmen ohne Internet und mit Snail Mail vor.) Es geht richtig los in diesen Monaten. Weltweit. Twitter ist im März 2006 an den Start gegangen. Wird bald 6, der kleine Spatz. Sicher ist noch viel zu klären. Eine Internet-Strategie kann nicht die Umsetzung der klassischen Push Konzepte nur mit anderen Medien sein. Banner und Push Nachrichten im Netz, die die Community nerven, sind sinnlos. Aber gerade dann, wenn es um Dialog geht, echten Dialog zwischen Anbieter und Nachfrager, Dialog, der kreativ ist und Spass macht – dann ist Magie zu spüren, Aufbruch, Revolution. Wenn man dabei ist – als Mensch und nicht nur als Unternehmens-Instanz. Auf in die Zukunft. Ja, hisst das Segel, lernt in neuen Gewässern zu navigieren. Habt Spass. Wer Angst hat Wasser zu schlucken, bleibt an Land und wird die nächste Insel nicht mehr erreichen. Da soll aber gerade eine super Party abgehen und alle sind schon da.
Pralle Parallelwelt
Posted: 6. Januar 2012 in AUFBRUCHTags:e mail, fence sitters, snail mail, twitter
Kommentare
Super Einstellung!
Sicherlich richtig analysiert. Aber was bringt uns das allen, dem Produkt, jedem einzelen ? Offensichtlich verwässert die schnelle Informationsflut die Suppe. Wenn uns das zukünftig genügt nur bruchstückhaft und auf Zuruf informiert zu sein, dies aber ständig und schnell, so soll es geschehen.
Evtl. laufen wir Gefahr uns dann mit den systembedingten Nebensächlichkeiten so zubeschäftigen, daß wir zu wichtigen Sachverhalten kaum noch kommen.
Beispiel Politik. Politiker scheinen mit sich selbst und den womöglichen Fehlern/Mißverständnissen der Kollegen so beschäftigt zu sein, daß sie wichtige Dinge aus dem Fokus verlieren.
Fazit; wächst des Heer der Nichtwähler, kommen Splittergruppen auf die Bühne wo Sie eigentlich nicht hingehören. “Schuss in den Ofen”.
Ja, die Gefahr der Zersplitterung unserer Aufmerksamkeit sehe ich auch. Laut einer STudie der BBC sinkt unsere Aufmerksamkeitsspanne auf bis zu nur noch 9 Sekunden. Das entspricht der Aufmerksamkeitsspanne eines Goldfisches.
Dennoch müssen wir die Dinge nehmen, wie sie kommen und uns darauf einstellen. Ein fraktales, pointilistisches Tweet-Bild ist vielleicht eine neue Art der Markenbeschreibung – fliessend und sich ständig verändernd. Die Marke ist dann nur noch in unseren Kommentaren und Bewertungen lebendig.
Das ist ganz schön anstrengend für uns, die wir Marken erhalten wollen – denn WIR müssen sie ja immer wieder neu definieren. Die Marke entgleitet dagegen völlig der Kontrolle der Markenmacher im klassischen Sinn.
Lassen wir uns darauf ein? Ich denke, wir haben gar keine Wahl.
Liebe Grüße
Oliver Leisse